Freut euch und dankt ihm, dem Vater, dass er euch das Recht gegeben
hat, an dem Erbe teilzuhaben, das er in seinem Licht für sein
heiliges Volk bereithält.
KOLOSSER
1,12
Wer
beim Bäcker eingekauft hat, sagt der Verkäuferin auch wohl:
»Dankeschön!« Aber so richtig dankbar ist man nur, wenn man etwas
bekommt, was man nicht erwartet hat und für das man nichts bezahlte
oder das man überhaupt nicht bezahlen konnte – wenigstens sollte
man dankbar dafür sein.
Leider
ist Dankbarkeit heute keine Selbstverständlichkeit mehr; eher steht
sie auf der »Roten Liste aussterbender Arten« wie die Blauwale und
die Goldregenpfeifer. Besonders in Wohlstandszeiten kommt man je
länger, je mehr zu der Ansicht, täglich leckeres Essen, schicke
Kleidung, eine grosszügige Wohnung und ein flottes Auto ständen
einem zu. Wieso sollte man dann dankbar dafür sein? Ja, man kann bei
allem Wohlergehen sogar zum notorischen Nörgler werden. So gab es
einmal nach Jahren mässiger Ernten endlich auch wieder eine reiche
Kartoffelernte mit vielen grossen Kartoffeln. Ein Bauer stand vor dem
riesigen Berg grosser »Erdäpfel« und wusste nichts Besseres zu
sagen als: »Was für ein Jammer. Jetzt fehlen die Kleinen für die
Schweine!«
Aber
unser Tagesvers bleibt nicht beim Sichtbaren stehen, sondern spannt
den Rahmen noch viel weiter. Gott, der allmächtige Schöpfer aller
irdischen Reichtümer, hat für die an ihn Glaubenden noch weit
Besseres vorgesehen. Er hat ihnen ein Erbteil in seinem Himmel
versprochen. Das
ist nun
wirklich ein völlig unverdientes, riesengrosses Geschenk, zu dem wir
nicht das kleinste bisschen zugezahlt haben und es auch gar nicht
konnten, und das Gottes Sohn, Jesus Christus, uns erworben hat. Bei
dem Dank dafür sollten wir es nicht bei Worten belassen, sondern ihm
in Gehorsam zu dienen versuchen. – Möge Gott uns allen die Augen
dafür öffnen, sodass wir tief dankbare Menschen werden! Hermann
Grabe
Frage:
Wem
danken Sie, wenn es Ihnen gut geht?
Tipp:
Dankbarkeit
ist die beste Arznei gegen Trübsinn.