Erziehe den Knaben seinem Weg gemäss; er wird nicht davon weichen,
auch wenn er älter wird.
SPRÜCHE
22,6
An der
Bonner Universität wurden im vorigen Jahr »Informationen « an die
Lehrenden verteilt, wie sie die Inhalte ihrer Fächer den Studenten
vermitteln sollten. Den Dozenten wurde nahegelegt, ihre Vorlesungen
so zu gestalten, dass keine seelisch belastenden Inhalte zur Sprache
kommen, damit die zarte Studentenseele keinen Schaden nimmt. Das ist
ein Haupttrend in unserer deutschen Erziehungslandschaft.
Ob
Eltern, Fachkräfte in Kitas, Lehrer oder Professoren, alle sollen
erziehen, aber es darf auf keinen Fall wehtun, nicht anstrengen oder
»Unlustgefühle« erzeugen. Alles hat sanft und rücksichtsvoll
vonstatten zu gehen.
Die
Bibel dagegen erzählt uns zum Beispiel, was passiert, wenn ein
unvernünftiger Jakob seinen Lieblingssohn gegenüber seinen Brüdern
bevorzugt, oder wenn ein König wie David wegschaut bei den Taten
seiner Söhne. Doch sie erwähnt auch, wie segensreich eine
kindgemässe aktive Erziehung sein kann, zum Beispiel bei der
Grossmutter und Mutter des Timotheus. »Du aber bleibe in dem, was du
gelernt hast … da du weisst, von wem du gelernt hast, und weil du
von Kind auf die heiligen Schriften kennst« (2. Timotheus 3,14-15).
In nur
einem Satz bringt die Bibel den Kern allen Erziehens auf den Punkt
(siehe Tagesvers): Das Wort »Erziehen« deutet nicht nur grammatisch
Aktivität an, es ist auch so gemeint. Als Menschen mit einem
Erziehungsauftrag sollen wir »aktiv« sein und auf die uns
anvertraute Person einwirken.
Wir
sollen allerdings immer im Interesse des Kindes handeln, es für
seinen Weg erziehen, nicht für unseren. Josef und Maria haben den
kleinen Jesus mit in den Tempel genommen und nicht auf irgendeinen
Abenteuerspielplan geschickt. Dort im Tempel hat er das Wort Gottes
gehört. Karl-Otto Herhaus
Frage:
Wie
erziehen Sie Ihre Kinder?
Tipp:
Es
gibt nichts Besseres, als ihnen davon etwas mitzugeben, was uns Gott
gelehrt hat.