Unser Leben … ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret
schnell dahin, als flögen wir davon.
PSALM
90,10
Sie
verliessen ihre Heimat in Scharen, weil sie keine Zukunft für sich
sahen. Getrieben von der Willkür ihrer Landesfürsten brachen sie in
grossen Trecks auf ins ferne »Hungarland« – 1000 Kilometer
entfernt. Miserable Verhältnisse zwangen sie auf schwankende »Ulmer
Schachteln«. Die kostengünstige Flussfahrt auf diesen primitiven
Kähnen war auch für Arme erschwinglich. Kein Kiel, kein Segel,
keine Ruder, ein grobes Floss mit Holzverschlag an Deck als
Wetterschutz. Die »Schachteln « waren nur zur einmaligen Fahrt
flussabwärts geeignet, nur zu diesem Zweck zusammengezimmert. Die
Fugen zwischen den Brettern wurden mit Moos abgedichtet. Dann liess
man sich die Donau abwärts treiben – nach Regensburg, Passau,
Linz, Wien, bis Budapest oder gar ans Schwarze Meer.
Diese
»Ulmer Schachteln« wurden für viele zum nassen Sarg, weil sie
schwer überladen in Stromschnellen leicht kenterten. Ende des 17.
Jahrhunderts gelangten über 200 000 auf diese Weise in die von den
Habsburgern neu eroberten Gebiete. Im heutigen Rumänien, Ungarn und
Serbien entstanden die Volksgruppen der Ungarndeutschen und
Donauschwaben.
Am Ende
der Fahrt zog man die »Ulmer Schachteln« ans Ufer und machte aus
ihnen Kleinholz. Sie dienten nur noch als Brennmaterial für ein
erstes Lagerfeuer.
Auch
wenn es deprimierend klingt: Unser Leben gleicht der »Ulmer
Schachtel«. Wir sind auf einer »Einwegreise«. Es geht »den Bach
runter«. Daher wäre die Frage wichtig, wo wir wohl ankommen
(wollen)? Der Liederdichter G. Tersteegen, ein Mann voller
Gottvertrauen, hatte darauf folgende gute Antwort: »Ein Tag, der
sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur grossen Ewigkeit. O
Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht
von dieser Zeit.« Andreas Fett
Frage:
Hat
sich Ihr Herz schon an das Ende Ihrer Lebensreise, an die Ewigkeit,
gewöhnt?
Tipp:
Ohne das Ziel der Ewigkeit bleibt
unser Leben vergebliche Mühe.