Verfehlungen – ach, wer nimmt sie wahr? Von den unbewussten Fehlern
sprich mich los!
PSALM
19,13
Eigentlich
sollte es nur ein Knöllchen wegen Falschparkens geben: 20 Euro. Die
Bochumer Polizei kontrollierte im Januar 2021 einen Lkw, der
verbotenerweise auf einem Radweg parkte. Aber wegen patziger
Uneinsichtigkeit wurde dieser Strafzettel um einiges länger und
teurer.
Denn
bei der Überprüfung zeigte sichder 57-jährige Lkw-Fahrer völlig
uneinsichtig. Lautstark polterte er gegen den Strafzettel der
Polizei. Daraufhin schauten die Beamten genauer hin und
kontrollierten auch noch seinen Fahrtenschreiber. Das Ergebnis machte
die Polizei sprachlos: In den letzten 28 Tagen hatte er so viele
Geschwindigkeitsüberschreitungen und Verstösse gegen Lenk- und
Ruhezeiten angesammelt, dass eine Rekord-Bussgeld zusammenkam: 14 220
Euro!
»Mit
allen aufgelisteten Vergehen der teuerste Strafzettel, den die
Polizei Bochum bisher ausgestellt hat«, so ein Polizei-Sprecher.
Werde ich auf schuldhaftes Verhalten angesprochen, geht es mir oft
so, wie dem Lkw-Fahrer: Ich reagiere trotzig und uneinsichtig. Unsere
eigenen Verfehlungen kehren wir gerne unter den Teppich. Im Bereich
eigenen Versagens haben wir einen blinden Fleck. Bei anderen jedoch
sehen wir Fehler übergross. Wir alle verfügen über ein
eingespieltes Repertoire an Ausreden, an erfolgreichen Strategien zur
Selbstentlastung. Statt eines reuevollen Geständnisses reagieren wir
zunächst mit Uneinsichtigkeit, Selbstbehauptung und Rechthaberei.
Und so wird unsere Schuld grösser und grösser.
Doch
Gottes »Fahrtenschreiber« läuft immerzu mit: Er kennt sogar die
Einzelheiten unserer Gedankenwelt (Psalm 139,2). Aber Schuld erledigt
sich nicht von selbst. Sie muss bekannt, beglichen, bezahlt werden.
Andreas Fett
Frage:
Was
käme bei meinem »Knöllchen« heraus, wenn man nur genau hinsähe?
Tipp:
Beten
Sie aufrichtig den Wortlaut des heutigen Tagesverses!