Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn
des Menschen, der Acker aber ist die Welt …
MATTHÄUS
13, 37-38
Wer im
August einen der heute zahlreichen Fichtenkahlschläge durchquert,
wird sicher an seiner Kleidung oder im Fell seines Hundes eine Menge
kleiner Kügelchen finden. Das sind die Samen des Klebkrauts, das
zusammen mit Hohlzahn, Weidenröschen, Brombeeren, Taubnesseln und
vielem mehr gnädig die Wunden des Waldes bedeckt. Diese kleinen
Kügelchen verraten jedem Kundigen, wo man sich aufgehalten hat.
Das
erinnert mich daran, dass andere Menschen an meiner Wortwahl und an
meinem Verhalten ziemlich deutlich einschätzen können, in welchem
Milieu ich mich bewege. Und wenn sich diese Kügelchen mit ihren
winzigen Hakenhärchen auch gut festhalten können, so fallen sie
doch manchmal an Orten ab, die bisher kein Klebkraut kannten. Genauso
können wir durch unser Verhalten andere anstecken. Mit welchen
Ausdrücken, die sie auf dem Spielplatz oder in der Schule
aufgeschnappt haben, erschrecken Kinder manchmal ihre braven Eltern!
Die haben dann viel Mühe, den ausgestreuten Samen wieder unschädlich
zu machen. Dazu haben sie grosse Weisheit nötig, weil sie sonst
diese schädlichen Samenkörner nur noch fester ihren Kindern in die
Seele prägen.
Das
Ausstreuen von Samen gilt natürlich auch im positiven Sinn. Jedes
Mal, wenn Kinder erleben, dass die Eltern im Alltag das
verwirklichen, was sie bei der biblischen Gute-Nacht-Geschichte
erzählt hatten, erleben die Kinder das Ausstreuen guter Samen. So
können wir alle guten Samen säen wie der Schweizer Walter
Mauerhofer: Als Gärtnerlehrling hatte er gelernt, Saatgut
auszustreuen. Dann wurde er von Gott berufen, nach Österreich zu
gehen. Seit über 50 Jahren streut er dort den guten Samen des Wortes
Gottes aus. Mit erstaunlichen Ergebnissen! Hermann Grabe
Frage:
Welcher
Art Samen streuen Sie aus?
Tipp:
Wer
guten Samen ausstreuen will, muss auf das Einsammeln von gutem Samen
bedacht sein.