Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch,
Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
MATTHÄUS
15,19
Der
englische Pastor John Stott sagte einmal auf die Frage, warum er
glaube, dass das Christentum wahr sei, und es als einzige
Glaubensrichtung das Paradoxon der Herrlichkeit und Schande des
Menschen erklären könne. Diese beiden Begriffe prägen uns
tatsächlich.
Nehmen
wir das Hochwasser im Ahrtal: Menschen wuchsen in der Not über sich
hinaus. Es gab echte Helden, die unter Einsatz ihres Lebens andere
retteten und unzählige Helfer, die sich tatkräftig für ihre
Mitmenschen einsetzten. Aber auch die Schande des Menschen zeigte
sich: Plünderer, die schamlos die Not ihrer Mitbürger ausnutzten,
Hilfsgüter stahlen oder sich in den unbewohnten Häusern selbst
bedienten. Woher kommt es, dass wir Menschen einerseits so gut und
andererseits so böse sein können?
Die
Bibel sagt, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes ist. Unsere
Fähigkeit zum rationalen Denken, unser Empfinden für Schönheit und
Gerechtigkeit, unser Verlangen, uns für eine grössere Sache
einzusetzen, kommen daher, dass wir nicht blosse Materie, sondern im
Bild unseres Schöpfers geschaffen sind. Andererseits sehen wir auch,
dass der Mensch zu abgrundtiefer Bosheit fähig ist. Wir sind
Gott-ähnlich, aber zugleich schlimmer als Tiere, wofür der Begriff
»Auschwitz« zum Synonym geworden ist. Ja, wir können lieben,
denken, Schönes erschaffen, mitfühlen und uns für andere einsetzen
– aber wir können auch hassen, kämpfen, lügen, zerstören und
töten.
»Allmählich
wurde mir offenbar, dass die Linie, die Gut und Böse trennt, nicht
zwischen Staaten, nicht zwischen Klassen und Parteien verläuft,
sondern quer durch jedes Menschenherz«, schrieb der
Gulag-Überlebende und Literaturnobelpreisträger Alexander
Solschenizyn. Doch die Bibel stellt nicht nur die passende Diagnose,
sondern bietet auch die wirksame Therapie: die Erlösung in Christus
Jesus. Elisabeth Weise
Frage:
Wie
würden Sie das »Paradoxon des Menschen« erklären?
Tipp:
»Das
Herz des Problems des Menschen ist das Problem des menschlichen
Herzens.« (John Stott)