Du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen.
2. MOSE
23,2
»Nichts
ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen
Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: NEIN.«
Dieser Satz stammt von Kurt Tucholsky, einem deutschen Journalisten
und Schriftsteller. Er steht auf einer Gedenktafel, die daran
erinnern soll, dass dort in Bremen das erste Konzentrationslager der
Geheimen Staatspolizei gestanden hat. Mitten in einem Wohngebiet.
Dieses Lager wurde dann verlegt, weil sich die Anwohner über die
Schmerzensschreie der gefolterten Häftlinge beschwerten. Als alles
vorbei war, fragten viele: Wie konnten die Nazis so viele Menschen zu
Mitläufern und Mittätern machen? Hätte mehr und ernsthafterer
Widerstand vielleicht doch etwas ändern können?
Der
Tagesvers fordert uns auf, dass wir der Menge nicht zum Bösen folgen
sollen. Hier ist jeder gefordert. Wir müssen das Böse erkennen und
standhaft bleiben, wenn uns die Menge zum Bösen zieht. Gott
erwartet, dass wir nicht einfach mitmachen. Aber das ist leichter
gesagt als getan.
Es war
schon immer schwer, gegen den Strom zu schwimmen. Die sich damals
dagegenstellten, bekamen zu Lebzeiten keine Würdigung und bezahlten
ihren Widerstand meist mit Gefängnis, KZ und Tod. Erst heute können
wir ermessen, was ein Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer oder eine
Sophie Scholl geleistet haben und was ihr Leben wert war.
Die
Frage ist, wo wir, jeder Einzelne, heute NEIN sagen müssen zum
Bösen. Wahrscheinlich werden auch wir kaum Beifall bekommen, dafür
aber jede Menge Gegenwind erleben. Hitler und seine Schergen haben
eine unauslöschliche Spur der Verwüstung hinterlassen, doch die
Widerständler haben Tausende positiv geprägt. Wem würde ich heute
eher folgen? Herbert Laupichler
Frage:
Was
tun Sie, um der Menge nicht zum Bösen zu folgen?
Tipp:
Nur
die Ausrichtung an der Güte Gottes hilft uns, das Böse zu lassen.