Denn
die Gnade Gottes ... erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die
weltlichen Begierden abzuweisen und besonnen, gerecht und mit
Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben. TITUS
2 ,11-12
Der
neunjährige Edward O’Brien steht an der Wand, wo seine Hände an
eiserne Ringe gefesselt sind. Hinter ihm schwingt ein Gefängniswärter
die Peitsche. Der junge Taschendieb bekommt zusätzlich zu seiner
Haftstrafe zweimal wöchentlich Schläge auf den Rücken. Diese
erschreckende Szene ist eine von vielen Stationen, mit denen im
ehemaligen Stadtgefängnis in Cork (Irland) an die Bedingungen von
Gefängnisinsassen im frühen 18. Jahrhundert erinnert wird.
Eindrucksvoll
stellen Wachsfiguren den Alltag der Gefangenen nach, die oft nur
wegen Diebstahls von Kleidung oder Lebensmitteln verurteilt worden
waren. In vielen Fällen handelt es sich um Kinder oder Jugendliche.
Das
Strafsystem in dieser Zeit war hart. Dennoch gab es Versuche, junge
Strafgefangene zu schulen und zu einem besseren Leben zu erziehen.
Allerdings waren die Ergebnisse so unbefriedigend, dass dieser
Unterricht wieder aufgegeben wurde. Denn das Leben der Straftäter
änderte sich nicht, und schnell begann der Kreislauf von Diebstahl,
Verurteilung und Gefängnis aufs Neue.
Diese
Erfahrung unterstreicht die Aussage der Bibel, dass gute Gebote und
konsequente Strafen allein das menschliche Herz nicht verändern.
Gottes Antwort auf die Übertretungen seiner Gebote beschränkt sich
darum nicht auf die Ankündigung einer gerechten Strafe. Statt die
Position eines distanzierten Richters einzunehmen, wendet Gott sich
uns liebevoll als Retter zu. Um uns einen Ausweg anzubieten, wurde
Jesus, der Sohn Gottes, Mensch und nahm am Kreuz die Strafe für
unsere Schuld
auf sich. Gott gibt uns nicht die verdiente Strafe, sondern wendet
uns seine Gnade zu. Wer diese Rettung durch den Glauben annimmt, wird
von innen her verändert und erfährt einen echten Neubeginn. Andreas
Droese
Frage:
Was
wirkt stärker: die Angst vor Strafe oder die Liebe zu jemand, dem
ich viel zu verdanken habe?
Tipp:
Gott
will uns durch Gnade und Liebe erziehen.