Und
doch war er verwundet um unserer Übertretungen willen und
zerschlagen infolge unserer Verschuldungen: die Strafe war auf ihn
gelegt zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung
zuteil geworden. JESAJA
53,5
Im
Laufe meines Lebens habe ich einige Narben angesammelt. Selbst bei
den kleinen Narben kann ich mich noch gut an die Situation erinnern.
Als Kind versuchte ich zum Beispiel einmal, ein Schilfrohr
abzureissen. Dabei schnitt ich mich an einem Schilfblatt in den
kleinen Finger. Meine Mutter behandelte die Verletzung mit Jod, was
den Schmerz verschlimmerte. Immer noch kann ich die Narbe sehen und
erinnere mich an die Begebenheit. Narben erzählen von vergangenen
Verletzungen. Das Gute an Narben ist: Es sind verheilte Wunden.
Ähnlich
geht es uns mit seelischen Verletzungen. Im Laufe unseres Lebens
erfahren wir viele Situationen, in denen wir uns abgelehnt oder
zurückgewiesen fühlen. Das beginnt schon in unserer Kindheit. Eine
Person hat uns ungerecht behandelt oder ignoriert. Jemand hat uns
wiederkehrend abgewertet, beleidigt oder lächerlich gemacht. Ein
Konflikt mit einem Menschen oder eine schwierige Beziehung hat uns
heftig zugesetzt. Viele dieser Erfahrungen vergessen wir wieder, aber
manche treffen uns tiefer und werden zu Verletzungen, die schmerzen.
Es
ist wichtig, dass unsere Seele von solchen Verletzungen gesundet und
dass diese unser Leben nicht bestimmen. In der Beziehung zu Jesus
kann das geschehen. Jesus wurde verwundet, damit unsere Wunden heil
werden. Er hat selbst Zurückweisung erfahren und weiss, was es
bedeutet, verachtet und misshandelt zu werden. Seine Wunden waren
seelischer und auch körperlicher Natur. Wir dürfen ihm unseren
Schmerz und jede Verletzung bringen und Heilung erfahren. Bei
bestimmten Gelegenheiten werde ich möglicherweise noch an das
Ereignis erinnert, aber es ist dann nur noch eine Narbe und keine
Wunde mehr. Manfred
Herbst
Frage:
Welche
Situation schmerzt Sie immer noch, wenn Sie sich an sie erinnern?
Tipp:
Ich
darf mit meinen Verletzungen zu Jesus kommen.