Die israelische
Firma «UBQ» aus dem Kibbutz Tze'elim in der Wüste
Negev hat einen Prozess entwickelt, der Abfall in ein Plastikmaterial wandelt.
Der Automobil-Hersteller Daimler ist nun darauf aufmerksam geworden.
Mercedes-AMG GT 53 beim Genfer Auto-Salon (Bild: Wikipedia)
Auch Daimler forscht schon seit längerem in Israel. Nun testest der deutsche
Automobil-Riese die Erzeugnisse von «UBQ». Denn nach und nach könnte die Anzahl
von Fahrzeugkomponenten aus solchen Materialen wachsen.
Neues
Material
Das
israelische Start-up verwendet dazu Haushaltsabfälle, die normalerweise auf
Mülldeponien landen würden, und bettet sie in verflüssigtes, recyceltes Plastik
ein, um – so die Eigenerklärung – «ein thermoplastisches, biobasiertes,
nachhaltiges, klimapositives Material herzustellen».
Der
Abfall wird sortiert, über einen Magneten geleitet, um Metalle zu entfernen,
bevor er getrocknet und zu einer Art Müllconfetti zerkleinert wird. Dann wird
er dem recyclingfähigen Kunststoff hinzugefügt, zusammengeschmolzen und zu getrockneten
Pellets zerkleinert.
Diese
können leicht transportiert und in verschiedenen Herstellungsverfahren
verwendet werden, wie etwa Spritzguss. Farbstoff kann an jedem Punkt des Verarbeitungsweges
hinzugefügt werden.
Daimler
testet
Die
UBQ-Anlage im Kibbuz Tze'elim kann pro Stunde etwa eine Tonne ihres
Spezialmaterials produzieren, was zu einer Jahresproduktion von 5'000 bis 7'000
Tonnen führt. Ziel ist jetzt, eine neue Anlage zu errichten, die jährlich 100'000 Tonnen produzieren
wird.
Der
deutsche Autohersteller Daimler prüft nun, ob es möglich ist, Autoteile aus diesem
Material herzustellen – und ist damit der erste Auto-Hersteller, der diesen Weg
geht.